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Vegane Weihnachten – eine rein pflanzliche Adventszeit

Für viele Kritiker einer veganen Ernährung schließen sich Genuss und ein rein pflanzlicher Speiseplan aus. Insbesondere zur Weihnachtszeit und während der davor liegenden Adventszeit, in der erfahrungsgemäß viele kulinarische Verlockungen an allen Ecken auf uns warten, stehen viele Feinschmecker veganen Süßigkeiten, Plätzchen und Co. äußerst skeptisch gegenüber. Dies betrifft nicht zuletzt auch das Festtagsmenü am heiligen Abend und an den beiden Weihnachtsfeiertagen. Wer sich allerdings mit der Thematik pflanzlicher Alternativen beschäftigt, wird schnell erkennen, dass sich Genuss und eine vegane Ernährung keinesfalls ausschließen müssen. Folgende Übersicht nennt wertvolle Anregungen für köstliche Plätzchen, die Stiefelfüllung an Nikolaus und das lang ersehnte Weihnachtsmenü, welche sicher auch ein paar „eingefleischte“ Nicht-Vegetarier überzeugen.

Ein kullinarischer Bummel über den Weihnachtsmarkt

Viele der typischen Leckereien, die einen an den beleuchteten Ständen verführen möchten, sind von Natur aus vegan. Insbesondere süße Klassiker wie Liebesäpfel, gebrannte Mandeln, Zuckerwatte oder Lollies sind rein pflanzlich. Gleiches gilt für viele harte Bonbons auf Basis von Fruchtsaft, denn Gelatine ist hauptsächlich in Fruchtgummi und Kaubonbons enthalten. Bei schokolierten Früchten, wie beispielsweise einer Banane oder Weintrauben, kann man auf einen Mantel aus dunkler Schokolade setzen und im Zweifel nachfragen, ob auch wirklich keine Milchbestandteile enthalten sind. Neben gebrannten Mandeln werden oft auch verschiedene Nüsse in karamellsisierter Variante angeboten. Da Lebkuchen traditionell mit Honig zubereiten wird, sind die traditionellen Lebkuchenherzen hingegen nicht geeignet.

Herzhafte Köstlichkeiten für den rein pflanzlichen Genuss

Wer es herzhaft bevorzugt, kommt auf dem Weihnachtsmarkts kulinarisch ebenfalls voll aus seine Kosten, ohne auf tierische Produkte wie Bratwurst und Co. zurückgreifen zu müssen. Neben gebackenen Maronen, natürlich ohne gesalzene Butter, Pilzpfannen und fritierten Falafel im Brot, werden aufgrund des steigenden Interesses an einer veganen Ernährung immer mehr fleischfreie Alternativen angeboten. Dies betrifft vor allem große Städte wie Berlin, die auch immer öfter veganes Hot Dog oder rein pflanzliche Hamburger, Bratwurst und Co. auf Weihnachtsmärkten anbieten. Und knusprig frittierte Pommes, vorausgesetzt ohne Klecks Mayo, sind ebenfalls ein beliebter Snack, der ganz ohne Tierbestandteile daherkommt. Diesbezüglich darauf achten, dass im Frittierfett nicht auch Wurst und Co. ausgebacken wird.

Kürbiscreme Suppe

Kürbiscreme Suppe ©iStockphoto/Gama5

Veganisierter Glühwein – Im Zweifel do it yourself!

Beim Thema Wein bzw. Glühwein scheiden sich die Geister, denn während einige Veganer auch Getränke ablehnen, die mithilfe von Tierhäuten geklärt werden, sehen andere diesen Zusammenhang etwas gelassener. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann sich einfach seinen eigenen Glühwein oder Punsch aus pflanzlich geklärtem Wein zubereiten, mit weihnachtlichen Gewürzen aromatisieren und in einer Thermoskanne mitnehmen. Das hat bei Minusgeraden zusätzlich den Vorteil, dass man sich wärmen kann und sich nicht über den so schnell abgekühlten Glühwein vom Stand ärgern muss. In Bioläden steigt das Angebot an veganen Weinen übrgens stetig an und im Vergleich mit dem gekaufen vom Weihnachtsmarkt liegt man wahrscheinlich sogar günstiger.

In der veganen Weihnachtsbäckerei

Wer sich ein Lebkuchenherz oder für seine Kinder ein Haus aus Lebkuchen selbst backen möchte, kann den klassischen Honig durch Agavendicksaft ersetzen. Einige Rezepte basieren zusätzlich auch auf Butter und Eiern, wobei das tierische Fett durch vegane, feste Margarine und die Eier durch geqollene Chiasamen ersetzt werden können (dies gilt natürlich auch für anderes Gebäck). Dadurch wird der Teig nicht nur veganisiert, sondern bekommt auch ein optimaleres Nährstoffspektrum ohne Cholesterin mit einer günstigeren Fettsäurenzusammenstzung. Und nicht zuletzt reichern die Chiasamen den Teig zusätzlich unter anderem mit Calcium, Omega-3-Fettsäuren und sättigenden Ballaststoffen an. Plätzchen bekommen darüber hinaus auch ohne Eigelb einen schönen Glanz, wenn sie nach dem Backen mit etwas neutralem Öl eingepinselt werden. Und eine Puderzuckerglasur benötigt auch kein Eiweiß, sondern kann mit etwas Zitronensaft, Orangensaft oder Wasser zubereitet werden.

Tipps & Tricks für die rein pflanzliche Kaffeetafel

Wer ein „tierisches“ Rezept für Plätzchen und Co. als Grundlage nimmt, sollte den Teig allerdings lieber einmal mehr ausprobieren, damit die Konsistenz und der Geschmack auch wirklich überzeugen. Sind im Ursprungs-Rezept beispielsweise 3 Eier enthalten, reichen oftmals 1 bis 2 Esslöffel Chiasamen mit der dreifachen Menge Wasser aus. Während das Fett Eins zu Eins ausgetauscht werden kann, unterscheiden sich Süßungsmittel wie Honig, Zucker oder Dicksaft nicht nur in der jeweiligen Süßkraft, sondern teilweise auch in puncto Backeigenschaften bzw. Bräunungsgrad. Im Zweifel direkt ein Rezept mit veganen Zutaten auswählen. Wer zur weihnachtlichen Kaffeetafel Heißgetränke wie Tee oder Kaffee servieren möchte, kann die Kondensmilch durch Mandelsahne oder eine sonstige pflanzliche Sahne und Honig durch Agavendicksaft oder Kandis ersetzen.

Nikolausstiefel meets Pflanzenpower

Als Füllung vom Nikolausstiefeln eignen sich neben Clementinen, Mandarinen und Nüssen, Marzipankartoffeln, gelatinefreies Fruchtgummi oder Lakritz oder Weihnachtsmänner aus milchfreier Schokolade. Um zu sparen muss es nicht unbedingt eine vegane Schokolade aus dem Bioladen sein, sondern einfach die Zuatenliste von dunkler Schokolade im Supermarkt vergleichen und eine rein pflanzliche Sorte auswählen. Für selbst gemachte Naschereien, beispielsweise für gebrannte Mandeln, die ganzen Mandeln mit Zucker in einer Pfanne karamellisierten lassen. Für weihnachtliche Pralinen einfach Marzipan mit etwas Zimt verkneten, Pralinen formen, mit dunkler Schokolde ohne Milchbestandteile überziehen – auf Wunsch zuvor mit Vanillemark verfeinern – und nach Belieben mit Nussplittern, Pistazien und getrockneten Früchten wie Cranberries verzieren.

Vegane Weihnachten

Wer sich ein klassisches Weihnachts-Menü wünscht, findet im Bioladen vegane Alternativen zu Braten, Rolladen und Co. Um ein überzeugendes Ergebnis, insbesondere für Fleischesser, zu erhalten, ist es bei der Auswahl der Beilagen wichtig, möglichst nah am Original zu bleiben. Wer kein Fleischersatzprodukt verwenden möchte, kann auf Pilze in Rahmsoße setzen, die beim Anbraten fleischähnliche Aromen entwickeln. Dafür einfach Zwiebeln, Knoblauch und die Pilze scharf anbraten, mit Soßasoße – und auf Wunsch mit einem Schuss Rotwein – aromatisieren und mit pflanzlicher Sahne, zum Beispiel Sojasahne, verfeinern. Dazu passen exzellent Kroketten, Knödel oder Kartoffeln in purer Form sowie Rotkohl. Für ein besonders feines Geschmackserlebnis, eignen sich vor allem kurz, auf hoher Stufe angebratene, Austernpilze. Alternativ oder zusätzlich zu den Pilzen können auch rein pflanzliche Filetstreifen angebraten werden.

Weitere kulinarische Tipps für rein pflanzliche Festtagsmenüs

Wer Grünkohl als Weihnachtsessen favorisiert, kann auf vegane Würstchen à la Mettenden oder Bratstücke sezten. Um ausreichend Röstaromen ins Gericht zu bekommen, den Grünkohl mit gebratenen Zwiebeln und gegebenenfall mit ewtas Knoblauch zubereiten und ein paar Hefeflocken unter den fertigen Grünkohl heben. Auch hier gilt, die charakteristischen Zutaten wie kleine, karamellisierte Kartoffeln und scharfen Senf zum Grünkohl servieren, um dem Original möglichst nahe zu kommen. Der norddeutsche Klassiker Kartoffelsalat mit Würstchen kann auch mit veganen Würstchen köstlich schmecken, wenn man die richrige Sorte wählt. Da es bei Fleischersatzprodukten geschmacklich große Unterschiede gibt, bereits vor dem heiligen Abend seine Lieblingssorte ermitteln. Natürlich eignet sich neben den winterlichen Klassikern auch ein modernes Festtagsessen à la Thai-Curry mit Gemüse ohne klassische Fischsoße, rein pflanzliches Fingerfood und Co. Als krönender Abschluss kann ein Dessert wie Bratapfel mit Nüssen und Marzipan oder ein veganer Apfelstrudel mit Vanillesoße – auf Basis von Sojasahne – garantiert auch den einen oder anderen Skeptiker überzeugen.

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